Einleitung zum Hydraulischen Abgleich

Das EVEBI-Modul Hydraulischer Abgleich ermöglicht die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs auf der Grundlage von Raumheizlasten. Das verwendete Verfahren ist für Gebäude mit Zweirohrheizung und ohne Flächenheizung (Fußboden- bzw. Wandheizung) geeignet.

Für den hydraulischen Abgleich ist kein Verfahren verbindlich vorgeschrieben. Die vorliegende Software orientiert sich an dem Projekt OPTIMUS (Optimierung von Heizungssystemen durch Information und Qualifikation zur nachhaltigen Nutzung von Energieeinsparpotenzialen), gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU.

Auf der Grundlage einer raumweisen Heizlastberechnung können die installierten Heizflächen/Heizkörper (Bestand) bzw. geplanten Heizflächen (Neubau) sowie Ventile erfasst werden. In der Software sind dazu die gängigen Heizkörper und Ventile hinterlegt. Das EVEBI-Modul Hydraulischer Abgleich ermittelt daraus die Vor- und Rücklauftemperatur des Heizsystems, die Übertemperatur sowie Spreizung für jeden Raum sowie den Volumenstrom und den Durchlasswert des Ventile (kV) für jeden Heizkörper. In Abhängigkeit des gewählten Heizkörperventils wird die Ventilstellung (Voreinstellung) abgeleitet.

Die Vorlauftemperatur kann automatisch ermittelt werden oder manuell festgelegt werden.

Ziel des hydraulischen Abgleichs ist eine Annäherung der Übertemperaturen sowie der Temperaturspreizungen in den Räumen zu erreichen.

Sie haben die Möglichkeit, einen hydraulischen Abgleich für ein Gebäude oder für Nutzungseinheiten durchzuführen. Es können mehrere hydraulische Abgleiche für ein Projekt erfasst und damit bewertet werden.

Wann ist ein hydraulischer Abgleich durchzuführen?

Nach EnEV2009 / EnEV2014 wird der aktuelle energetische Standard im sogenannten Referenzgebäude abgebildet. Dabei wird von einem erfolgreich durchgeführten hydraulischen Abgleich ausgegangen. 

  • Für Neubauten und Sanierungsvorhaben mit Nachweispflicht nach EnEV ist also ein hydraulischer Abgleich durchzuführen.
    Für die Inanspruchnahme von KfW-Fördermitteln ist die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs für folgende Fälle nachzuweisen:
  • Neubau / Sanierung auf KfW-Effizienzhaus-Standard
  • Umsetzung geförderter Einzelmaßnahmen, bei Senkung des Energiebedarfs um mehr als 25%
  • Umsetzung geförderter Einzelmaßnahmen die Heizungsanlage betreffend 

Dateneingabe 

  • Erfassen eines kompletten Projektes, Standort zur Ermittlung der tiefsten Außentemperatur
  • Erfassen der Raumdaten (manuelle Eingabe oder Import aus ECAD) und Zuordnung der Räume zu Nutzungseinheiten, weitere Informationen dazu finden Sie unter: ⇒ Raumdaten für den hydraulischen Abgleich
  • Soll eine raumweise Heizlast durchgeführt werden, so sind zusätzlich die Raumbegrenzungsflächen einschließlich ihrer Qualität zu erfassen, weitere Informationen dazu finden Sie unter den Gebäudedaten: ⇒ Raumbuch
  • optional: Berechnung der raumweisen Heizlast nach DIN EN 12831 Bbl. 1, weitere Informationen dazu finden Sie unter: ⇒ Heizlastberechnung Pro
  • Erfassen der Daten für den hydraulischen Abgleich 

Ergebnis 

  • Vor- und Rücklauftemperatur des Heizsystems
  • Übertemperatur sowie Spreizung für jeden Raum
  • Volumenstrom und Durchlasswert des Ventils für jeden Heizkörper
  • Voreinstellung des gewählten Heizkörperventils (Durchflussbegrenzung)
  • Umfangreiche Ergebnisdokumentation in Formblättern 

Hinweis: Die vorliegende Anleitung setzt Kenntnisse in der Arbeitsweise von EVEBI voraus! Sollten Sie EVEBI noch nicht kennen, so können Sie gern Kontakt zu ENVISYS aufnehmen.